Nebenschilddrüsen/Knochenstoffwechsel

Osteoporose

Definition

Osteoporose (Knochenschwund) ist ein häufiges Problem, dass an sich keine Symptome verursacht. Es besteht jedoch ein brüchiger Knochen, d.h. schon leichte Stürze können zu einem Knochenbruch mit erheblichen Folgen führen.

Ursachen / Diagnose

Frauen nach der Menopause sind häufiger betroffen wegen des Mangels an Östrogenen, dem weiblichen Geschlechtshormon, das bei der Aufrechterhaltung der Knochendichte eine wichtige Rolle spielt. Entsprechend empfiehlt sich eine vorsorgliche Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) bei Frauen über 65 Jahre und/oder wenn Risikofaktoren vorliegen wie Knochenbruch bei nur leichtem Trauma, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, frühzeitige Menopause, Rauchen/Alkohol, Medikamente (v.a. Cortison über längere Zeit), Untergewicht oder Rheumatoide Arthritis u.a. Die Osteodensitometrie (Wirbelsäule, Schenkelhals, evtl. Vorderarm) dauert nur wenige Minuten und die verabreichte Strahlendosis ist minimal.

Vorbeugung

Eine optimale Calcium und Vitamin D Zufuhr sind äusserst wichtig. Die tägliche Calciumeinnahme soll 1000-1200mg pro Tag betragen, sei es durch die Ernährung alleine (v.a. Milchprodukte) oder durch zusätzliche Calcium-Supplemente. Das Vitamin D wird in der Haut gebildet, wobei es aber insbesondere in den Wintermonaten bei vielen Menschen zu einem Vitamin D Mangel kommt. Somit empfiehlt es sich, dass postmenopausale Frauen und Männern über 70Jahre 800IE Vitamin D täglich in Form von Tropfen zu sich nehmen.

Desweiteren hilft regelmässige körperliche Aktivität (mind. 30 min., 3x pro Woche) nicht nur die Knochendichte zu erhalten, sondern sie vermindert durch Muskelaufbau auch die Sturzgefahr. Rauchen und Alkoholkonsum beschleunigen den Knochenabbau und sollten möglichst vermieden werden. Letztendlich ist es auch wichtig, das alltägliche Risiko für Stürze zu minimieren, d.h. rutschige Unterlagen, schlechte Beleuchtung, ungenügendes Sehen etc. zu vermeiden.

Therapie

Ob eine medikamentöse Therapie notwendig ist, hängt nebst der gemessenen Knochendichte auch vom geschätzen Frakturrisiko ab und muss deshalb individuell bestimmt werden. Hierbei stehen mehrere Medikamente zur Verfügung, allerdings kann hier nicht im Detail auf alle eingegangen werden. Am häufigsten werden Bisphosphonate eingesetzt, welche zu einer Verlangsamung des Knochenabbaus führen. Diese finden sich in Tablettenform, wobei die wöchentliche Dosis nüchtern und in aufrechter Position eingenommen werden muss, alternativ stehen Präparate zur intravenösen Gabe zur Verfügung. Bei jüngeren Frauen mit Östrogenmangel ist in erster Linie eine Östrogen-Ersatztherapie wichtig.

Primärer Hyperparathyreoidismus

Ursachen

Die vier Nebenschilddrüsen liegen beidseitig jeweils am Ober- und Unterpol der Schilddrüse und produzieren das Parathormon, welches den Calciumstoffwechsel im Körper reguliert. Beim primären Hyperparathyreoidismus kommt es zu einer Überproduktion von Parathormon durch einen zumeist gutartigen Tumor (Adenom) einer Nebenschilddrüse. Seltener liegt eine Vergrösserung von einer oder mehreren Nebenschilddrüsen (Hyperplasie) vor, was meist bei jüngeren Patienten mit einer familiären Häufung der Fall ist.

Symptome

Durch den Überschuss an Parathormon kommt es zu einem zu hohen Calciumspiegel im Blut. Bei etwa 80% bestehen keine oder nur wenige Symptome, und ein hohes Calcium wird typischerweise als Zufallsbefund in einer Blutuntersuchung erfasst. Die erhöhten Calciumwerte führen aber auch zu unspezifischen Beschwerden wie Knochen-/Gelenkschmerzen, Müdigkeit, leichter Depression oder Appetitlosigkeit. Bei stärkerer Ausprägung kommt es zu Übelkeit, Verstopfung, vermehrtem Durst und Wasserlösen, schliesslich auch zu Nierensteinen und Osteoporose.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch einen Bluttest, wo nebst dem Parathormon auch das Calcium zusammen mit seinem Trägerprotein Albumin gemessen wird. Gleichzeitig wird auch die Calciumausscheidung in einer Urinprobe überprüft. Ergänzend sollte der Vitamin D Spiegel gemessen werden, um einen allfälligen Vitamin D Mangel zu ersetzen. In der Regel gehört eine Knochendichtemessung dazu.

Therapie

Bei nur leicht erhöhtem Calciumspiegel und Beschwerdefreiheit kann mit einer Therapie zugewartet werden und der weitere Verlauf wird 6-monatlich beobachtet. Es empfiehlt sich ausreichend zu trinken, auf gewisse Medikamente zu verzichten, etwa 1000mg Calcium täglich zu sich zu nehmen und einen Vitamin D Mangel zu vermeiden. Bei deutlichen Symptomen, stark erhöhtem Calcium, Osteoporose und bei Alter <50Jahren wird in der Regel eine Operation empfohlen. Im Vorfeld versucht man zu eruieren (Ultraschall, Szintigrafie), welche Nebenschilddrüse(n) zuviel Parathormon produzieren, dies ist aber nicht in allen Fällen möglich. Die Operation wird nach Möglichkeit minimal invasiv ("Schlüsselloch-Technik") durchgeführt und bedarf eines erfahrenen Chirurgen auf diesem Gebiet. Noch während der Operation, unmittelbar nach Entfernung der erkrankten Nebenschilddrüse(n), kann der Erfolg durch Messung des Parathormospiegels überprüft werden. Als mögliche Komplikation kann, zumeist vorübergehend, ein zu tiefer Calciumspiegel auftreten. In diesem Fall muss das Calcium engmaschig durch einen Endokrinologen überwacht werden, und das Calcium wird zusammen mit einem Vitamin D-Präparat ersetzt.